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Anleitungen & How-tos2026-03-15·10 Min. Lesezeit

Workshop Cold Emailing: Akquise-Training mit Jason Beraud

Von Ibrahim DemolCEO IBLeadAktualisiert am 15. März 2026

Der Workshop Cold Emailing, geleitet von Jason Beraud, ist zu einer Referenz für Vertriebsmitarbeiter und Unternehmer geworden, die konkrete Antworten suchen. Keine abstrakte Theorie: Jason korrigiert echte E-Mails, live, vor der Kamera. Dieser Leitfaden fasst die wichtigsten Lehren aus diesem Workshop zusammen – Struktur, Abstand, Spamwörter, Psychologie – damit Sie sie sofort anwenden können.


1. Das größte Problem: Ihre E-Mails sind zu lang

Schon in den ersten Minuten bohrt Jason Beraud auf demselben Nagel. Die E-Mails sind zu lang. Zu werblich. Zu sehr auf den Absender fokussiert.

Jean-Philippe, der ein innovatives Material (das "Micarta") an Juweliere und Messerhersteller verkauft, hatte einen erklärenden Text über sein Produkt verfasst. Jason unterbricht ihn: "Du stellst dich ein bisschen zu sehr vor. Du hast einen fast werblichen Ansatz, während das Ziel der Cold Email darin besteht, Kontakt aufzunehmen, um einen Termin zu bekommen."

Eine Cold Email ist keine Broschüre. Es ist eine ausgestreckte Hand. Der Unterschied ist grundlegend.

Die goldene Regel: Maximal 4 bis 5 Zeilen. Nicht eine mehr. Das einzige Ziel ist es, einen Austausch zu erhalten, nicht alles zu erklären.


2. Vom Kunden ausgehen, nicht vom Produkt

Jason verfolgt eine systematische Methode: Bevor er eine einzige Zeile schreibt, gräbt er in die tatsächlichen Probleme des Interessenten.

Für Jean-Philippe lautet die Frage nicht "Was ist Micarta?", sondern "Warum sollte ein Messerhersteller bei dir kaufen und nicht in China?" Die Antwort: Weil er seinen Kunden eine Geschichte erzählen möchte. Ein lokales, differenzierendes Produkt, das seine Kreationen aufwertet.

Dieses Problem – und nicht das Produkt – sollte die E-Mail eröffnen.

Jason formuliert es so:

"Ich unterstütze die Messerhersteller der Region XYZ dabei, Messer aus dem recycelten Material Micarta aus Nîmes zu erstellen. Im Durchschnitt stellen die Messerhersteller fest, dass ihre Kunden diesen Trend schätzen und ihre Verkäufe um 4-5% zu einer neuen Kundschaft steigern."

Vergleichen Sie es mit dem Original: ein Absatz über das Produkt, seine Eigenschaften, seine Herkunft. Das Ergebnis von Jason ist doppelt so kurz und zehnmal wirkungsvoller.


3. Die PSB-Struktur: Problem – Lösung – Nutzen

Für Christophe, einen Unternehmensstrategieberater, der sich an Führungskräfte von KMU/ETI richtet, wendet Jason dasselbe Raster an. Drei Blöcke, in dieser Reihenfolge:

  1. Problem: was der Interessent erlebt (Marketing-Vertrieb-Diskrepanz, stagnierende Margen)
  2. Lösung: was Sie konkret tun ("Ich helfe Führungskräften, ihre Teams neu auszurichten")
  3. Nutzen: das quantifizierbare Ergebnis ("bis zu +10% Marge")

Die E-Mail von Christophe, umgeschrieben von Jason:

"Hallo Jean-Marc,

Ich helfe Führungskräften von ETI und KMU, die Marketing- und Vertriebsteams neu auszurichten, um ihre Marge um bis zu +10% zu steigern.

Ich habe bereits 34 Unternehmen bei der Umstrukturierung unterstützt.

Mit Unternehmen X haben wir ein Angebot und einen Markt validiert, der +23% Umsatz und +23% Marge generiert hat.

Sind Sie offen für die Idee, sich umzuorganisieren, um Ihre Ziele für 2024 zu erreichen?"

Vier Blöcke. Null Schnickschnack. Ein einziger Call-to-Action.


4. Die Fibonacci-Folge auf Follow-ups anwenden

Das ist eines der bestgehüteten Geheimnisse von Jason Beraud in diesem Workshop Cold Emailing. Der Abstand zwischen den Follow-ups sollte nicht einheitlich sein.

Die meisten Menschen senden alle 3 Tage eine E-Mail. Jason verwendet die Fibonacci-Folge:

E-Mail Wartezeit bis zur nächsten
E-Mail 1 2 Tage warten
E-Mail 2 3 Tage warten
E-Mail 3 5 Tage warten
E-Mail 4 8 Tage warten
E-Mail 5 13 Tage warten
E-Mail 6

Die Logik ist einfach. Je mehr Sie nachfassen, desto mehr riskieren Sie, zu nerven. Also mehr Abstand. Die geometrische Progression respektiert den Interessenten und sorgt gleichzeitig für eine regelmäßige Präsenz.

"Je mehr Sie senden, desto wahrscheinlicher ist es, dass man Ihnen antwortet. Aber je mehr Sie senden, desto mehr können Sie die Leute verärgern", fasst Jason zusammen.


5. Die Spamwörter, die Ihre Kampagnen sabotieren

Christophe hatte den Ausdruck "kostenloses Kennenlerngespräch" in seine Sequenz aufgenommen. Jason springt sofort auf.

"Kostenlos" ist ein Spamwort. Absolut zu vermeiden.

Die Anti-Spam-Filter der E-Mail-Dienste erkennen diese Wörter und senden Ihre E-Mail direkt in den Spam-Ordner – noch bevor der Interessent sie gesehen hat. Egal wie gut Ihre Sequenz ist.

Jason geht noch weiter: Selbst "angeboten" kann problematisch sein. Und kommerziell ist nichts kostenlos. "Angeboten" hat einen wahrgenommenen Wert. "Kostenlos" hat keinen.

Liste der Wörter, die in einer Cold Email unbedingt vermieden werden sollten:

  • Kostenlos / Free
  • Aktion / Rabatt / Ermäßigung
  • Dringend / Letzte Chance
  • Klicken Sie hier
  • Sonderangebot / Limitierte Angebote
  • Herzlichen Glückwunsch

Eine E-Mail, die nicht im Posteingang ankommt, nützt nichts. Die Zustellbarkeit hat Vorrang vor allem anderen.


6. Die Macht präziser Zahlen

Ein Detail, das in jeder Korrektur von Jason vorkommt: vage Zahlen töten die Glaubwürdigkeit.

"Etwa dreißig Unternehmen" → niemand glaubt Ihnen. "34 Unternehmen" → jeder glaubt Ihnen.

"Etwa +20% Umsatz" → künstlerische Unschärfe. "+23% Umsatz" → echtes, erlebtes, dokumentiertes Ergebnis.

Die Präzision signalisiert Erfahrung. Sie zeigt, dass Sie wirklich die Arbeit gemacht haben, dass Sie die Ergebnisse gemessen haben. Eine runde Zahl sieht aus wie eine Schätzung. Eine präzise Zahl sieht aus wie eine Tatsache.

Jason betont: "Immer eine präzise Zahl angeben. Es sind nicht 30, es sind nicht etwa dreißig."


7. Mehrere Angriffsrichtungen multiplizieren

Jason enthüllt eine Strategie, die nur wenige Akquisiteure nutzen: mehrere Ansätze bei derselben Zielgruppe testen.

Für Christophe identifiziert er vier unterschiedliche Wertversprechen:

  • Vertriebseffizienz: Prozesse überarbeiten, um mehr zu verkaufen
  • Marktperformance: Zielmarkt besser identifizieren
  • Zeitersparnis: Teams neu organisieren, um effizienter zu werden
  • Go-to-Market: neue Märkte erobern

Jeder Ansatz generiert eine andere E-Mail. Jason empfiehlt, 2 bis 3 Ansätze an Kohorten von jeweils 100 bis 150 E-Mails zu testen und dann die Antwortquoten zu messen.

"Du machst einfach 100-150 E-Mails, sendest sie und schaust, welche am besten antwortet."

Dieser empirische Ansatz ersetzt Annahmen durch echte Daten. Sie wählen nicht Ihren bevorzugten Ansatz – Sie wählen den, den Ihre Interessenten bevorzugen.

Jason fasst die drei großen Familien universeller Ansätze zusammen:

  1. Geld sparen: Umsatz, Margen, Verkäufe steigern
  2. Zeit sparen: automatisieren, delegieren, vereinfachen
  3. Ego aufwerten: "Was Sie tun, ist gut, es kann noch besser werden"

Diese drei Hebel gelten für praktisch alle Branchen.


8. Spricht niemals über Preise in der ersten E-Mail

Die Frage nach den Preisen kommt oft zu früh. Jason entscheidet ohne zu zögern: "Kein Preis, kein Rabatt, nichts."

Die erste E-Mail hat ein einziges Ziel: einen Austausch zu erhalten. Nicht verkaufen. Nicht überzeugen. Nur ein Gespräch eröffnen.

Ein Preis vor der Feststellung des Wertes zu erwähnen, positioniert Sie im Kostenbereich, nicht im Ergebnisbereich. Der Interessent vergleicht sofort mit der Konkurrenz. Sie verlieren, bevor Sie überhaupt angefangen haben.

Die Regel: Der Preis kommt erst, nachdem der Interessent sein Interesse bekundet hat. Niemals vorher.


9. Die letzte E-Mail: das Ego ansprechen, um eine Antwort zu provozieren

Die fünfte oder sechste E-Mail einer Sequenz spielt mit einer anderen Psychologie. Jason schlägt dieses Modell vor:

"Hallo [Vorname],

Ich habe keine Antwort von Ihnen erhalten...

Sind Sie nicht interessiert? Haben Sie keine Zeit, um mir zu antworten? Sind Sie nicht die richtige Person?

Wenn Sie nicht die richtige Person sind, sagen Sie mir, wen ich von Ihrer Seite anrufen soll.

Wenn Ihnen die Zeit fehlt, hier ist mein Kalender: [Link]"

Diese E-Mail funktioniert aus zwei Gründen. Erstens gibt sie dem Interessenten einen ehrenvollen Ausweg (nicht die richtige Person, nicht der richtige Zeitpunkt). Zweitens reizt sie leicht das Ego: Nicht zu antworten wird zu einer aktiven Entscheidung, nicht zu einem passiven Vergessen.

"Das Ziel ist es, ein wenig im Ego zu kitzeln", erklärt Jason.


10. KI als Assistent, nicht als Autor

Jean-Philippe gesteht, ChatGPT für das Verfassen seiner E-Mails verwendet zu haben. Jason reagiert sofort: "Du hast deine Hausaufgaben nicht gemacht!"

Generische KI produziert generische E-Mails. Sie kennt Ihren Ton, Ihre Kunden, Ihre tatsächlichen Ergebnisse nicht. Sie generiert plausiblen Text – keinen effektiven Text.

Jason empfiehlt einen anderen Ansatz: Erstellen Sie ein personalisiertes GPT, das auf Ihrer eigenen Schreibweise, Ihren Kundenfällen, Ihren Ansätzen trainiert ist. Die KI wird dann zu einem Beschleuniger, nicht zu einem Ersatz.

"Das sind außergewöhnliche Werkzeuge, aber sie sind nicht da, um Sie zu ersetzen. Sie sind da als eine Erweiterung des Gehirns."


Erstellen Sie Ihre Interessentenlisten, um diese Techniken anzuwenden

All diese Techniken nützen nichts ohne eine Liste qualifizierter Interessenten. Um Juweliere, Messerhersteller, Führungskräfte von KMU oder jede andere lokale Branche anzusprechen, benötigt man zuverlässige Daten.

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Für 10.000 gezielte Kontakte beträgt der Preis 44€ – also 0,004€ pro Kontakt. Anschließend importieren Sie die CSV in Ihr Versandtool (Lemlist, Instantly oder anderes) und wenden die Fibonacci-Methode von Jason an.

kostenlose Credits – 200 credits inklusive


Die 7 Regeln für Cold Emails laut Jason Beraud

  1. Kurzheit: Maximal 4-5 Zeilen pro E-Mail
  2. Kunde zuerst: Problem vor Lösung
  3. Präzise Zahlen: 34 Unternehmen, nicht "etwa dreißig"
  4. Null Spamwörter: "kostenlos" ist lebenslang verboten
  5. Fibonacci: 2-3-5-8-13 Tage Abstand zwischen den Follow-ups
  6. Mehrere Ansätze: 2-3 Wertversprechen an 100-150 E-Mails testen
  7. Beraterhaltung: "Ich begleite" statt "Ich verkaufe"

FAQ – Cold Emailing und Akquise-Training

Ist Cold Emailing 2025 noch effektiv?

Ja. Jason Beraud nennt Öffnungsraten von 60% und Antwortquoten von 5 bis 10% mit den richtigen Techniken. Der Schlüssel: Kürze, echte Personalisierung und gut abgestufte Sequenzen.

Wie viele E-Mails sollten in einer Sequenz gesendet werden?

Jason empfiehlt 5 bis 6 E-Mails pro Sequenz, abgestuft nach der Fibonacci-Folge (2-3-5-8-13 Tage). Weniger Nachfassaktionen = weniger Chancen auf eine Antwort. Zu nah beieinander = Verärgerung und Abmeldungen.

Welche Wörter sollten in einer Cold Email unbedingt vermieden werden?

"Kostenlos", "Aktion", "Rabatt", "dringend", "limitierte Angebote", "klicken Sie hier". Diese Spamwörter lösen die Filter der E-Mail-Dienste aus und senden Ihre E-Mail direkt in den Spam-Ordner.

Sollte man Preise in der ersten E-Mail erwähnen?

Nein. Die erste E-Mail hat ein einziges Ziel: einen Austausch zu erhalten. Der Preis kommt erst, nachdem der Interessent sein Interesse bekundet hat. Zu früh erwähnt, positioniert Sie im Kostenbereich, nicht im Wertbereich.

Wie testet man seine Angriffsrichtungen?

Erstellen Sie 2 bis 3 Versionen Ihrer E-Mail mit unterschiedlichen Wertversprechen. Senden Sie jede Version an eine Kohorte von 100 bis 150 Interessenten. Messen Sie die Antwortquoten nach 2 Wochen. Behalten Sie den Ansatz, der am besten funktioniert.

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Der Absender muss klar identifiziert sein, jede E-Mail muss einen Abmeldelink enthalten, und die Zielgruppenansprache muss professionell bleiben. Die DSGVO gilt, aber B2B Cold Emailing bleibt eine legale und gängige Praxis.

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