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Marktanteile2026-03-01·14 Min. Lesezeit

Web Analytics in Frankreich: Stand der GA4-Migration (2026)

Google Analytics 4, Matomo, Plausible — welche Analytics-Tools nutzen französische Unternehmen nach Universal Analytics? Migrationsstatus von 1,88 Mio. Websites.

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26,7%
der Websites nutzen Google Analytics 4
6,5%
nutzen Matomo (datenschutzfreundliche Alternative)
32%
der Websites nutzen kein Analytics-Tool
< 1%
nutzen noch Universal Analytics

Datensätze analysiert: 1,276,749

Die Post-Universal-Analytics-Landschaft

Im Juli 2023 stellte Google Universal Analytics offiziell ein — die Tracking-Plattform, die das Web über ein Jahrzehnt lang dominiert hatte. Fast drei Jahre später offenbart unsere Analyse von 1.877.252 französischen Unternehmenswebsites eine Landschaft, die von langsamer Migration, massiver technischer Schuld, einer wachsenden Privacy-First-Bewegung und — am kritischsten — einer erdrückenden Zahl von Unternehmen geprägt ist, die schlicht aufgegeben haben, ihre Webpräsenz zu messen.

Von diesen 1,88 Millionen Sites nutzen 1.276.749 (68,0 %) mindestens ein Analytics-Tool. Das bedeutet, dass fast jede dritte französische Unternehmenswebsite ohne jegliche Analytics-Instrumentierung betrieben wird. Doch selbst unter den 68,0 %, die Analytics-Code haben, ist das Bild alles andere als gesund: Die Mehrheit fährt noch tote Universal-Analytics-Tags, und nur ein Bruchteil hat die Migration zur Nachfolgeplattform von Google abgeschlossen.

Diese Studie nutzt die Technologieerkennungsdaten von IBLead, um den umfassendsten Überblick über die Analytics-Tool-Adoption in Frankreich zu liefern. Wir behandeln Google Analytics (sowohl UA als auch GA4), Privacy-First-Alternativen, Verhaltensanalyse, Tag-Management, A/B-Testing-Plattformen und die kritische Schnittmenge zwischen Analytics-Tracking und Cookie-Consent-Compliance.

Der Universal-Analytics-Zombie: 999.868 Sites mit totem Code

Der auffälligste Befund dieser Studie: 999.868 französische Unternehmenswebsites (53,3 %) enthalten noch Universal-Analytics-Tracking-Code. Da UA seit Juli 2023 keine Daten mehr verarbeitet, tut dieser Code absolut nichts — und dennoch verbleibt er auf mehr als der Hälfte aller analysierten Sites, fast drei Jahre nach der Einstellung.

Um das Ausmaß zu begreifen: UA-Code ist auf 78,3 % aller Sites vorhanden, die irgendein Analytics-Tool haben. Er ist paradoxerweise das meistverbreitete „Analytics“-Snippet in Frankreich — obwohl er keine Daten sammelt und keinem Zweck dient.

Was bedeutet „UA noch erkannt“ konkret? In den meisten Fällen weist es auf eines dieser Szenarien hin:

  • Vollständige Vernachlässigung: Die Website wurde seit vor Juli 2023 nicht mehr angefasst. Niemand hat den alten Code entfernt, niemand hat GA4 hinzugefügt. Die Site ist aus Tracking-Sicht in der Zeit eingefroren.
  • Teilweise Migration (Dual Tagging): Einige Sites haben sowohl UA- als auch GA4-Code. Google empfahl Dual Tagging während des Migrationsfensters (2020–2023), damit Unternehmen historische Daten in GA4 aufbauen konnten, während UA noch aktiv war. Dass viele Sites immer noch beides haben, deutet darauf hin, dass der Bereinigungsschritt nie durchgeführt wurde — der GA4-Tag funktioniert, aber der alte UA-Tag wurde nie entfernt.
  • Von ihrer Agentur verlassen: Viele kleine Unternehmen verlassen sich auf Webagenturen für ihr Analytics-Management. Wenn die Agentur-Kunden-Beziehung endete, läuft auf der Site oft weiterhin das, was zuletzt installiert wurde — auf unbestimmte Zeit.
  • Theme/Template-Standard: Einige WordPress-Themes und Page-Builder hatten vorkonfigurierte UA-Tracking-Felder. Wenn das Unternehmen das Feld nie geleert hat, bleibt der tote Code selbst bei Theme-Updates bestehen.

Dieser „Zombie-Code“ stellt eine erhebliche technische Schuld im gesamten französischen Web dar. Diese verwaisten Tags fügen unnötiges JavaScript bei jedem Seitenaufruf hinzu (die veraltete analytics.js-Bibliothek wiegt ~45 KB), können Fehlalarme bei Cookie-Consent-Audits auslösen (Tools, die nach Google-Analytics-Cookies scannen, melden UA-Code, obwohl er keine Cookies mehr setzt) und signalisieren vor allem, dass das Unternehmen seit über zwei Jahren keinerlei Analytics-Wartung durchgeführt hat.

Für Webagenturen stellt dies eine enorme Marktchance dar: 999.000+ Sites, die mindestens eine grundlegende Analytics-Bereinigung benötigen — und möglicherweise eine vollständige GA4-Implementierung oder Migration zu einer alternativen Plattform.

GA4-Adoption: Nur 26,7 % haben den Wechsel vollzogen

Obwohl GA4 der offizielle Nachfolger von Universal Analytics ist, ist Google Analytics 4 auf nur 26,7 % der französischen Unternehmenswebsites vorhanden (500.641 Sites). Das bedeutet, dass etwa drei von vier Sites nicht ordnungsgemäß zu GA4 migriert haben, fast drei Jahre nach der UA-Einstellung.

Die GA4-Migrationsgeschichte ist einer der bedeutendsten Produktübergangs-Fehlschläge von Google. Betrachten Sie die Zahlen:

  • 999.868 Sites haben noch UA-Code (die alte Plattform)
  • 500.641 Sites haben GA4-Code (die neue Plattform)
  • Viele Sites haben beides (Dual Tagging aus der Migrationsphase)
  • Die Überschneidung bedeutet, dass die Zahl der Sites mit ausschließlich GA4 (ohne verbleibenden UA-Code) deutlich unter 26,7 % liegt

Google bot ein 3-jähriges Migrationsfenster (GA4-Launch im Oktober 2020, UA-Einstellung im Juli 2023). Sie boten automatische GA4-Property-Erstellung, Migrationsassistenten und umfangreiche Dokumentation. Trotz alledem haben die meisten französischen Unternehmenswebsites die Migration entweder völlig ignoriert oder Analytics komplett aufgegeben.

Warum sind so viele Migrationen gescheitert? Mehrere Faktoren trugen dazu bei:

  • GA4s steile Lernkurve: Die neue Oberfläche, das eventbasierte Datenmodell und die veränderte Berichtsstruktur verwirrten viele Nutzer, die an UAs sitzungsbasiertes Paradigma gewöhnt waren
  • Kleine Unternehmen prüfen ihre Analytics nicht: Für viele KMU wurde der Analytics-Tag einmal installiert (oft von einem Freelancer oder einer Agentur) und nie wieder angesehen. Die UA-Einstellung war für Unternehmen irrelevant, die die Daten ohnehin nicht nutzten
  • DSGVO-Friktionen: Einige Unternehmen, die ohnehin vorsichtig gegenüber CNIL-Durchsetzung waren, entschieden, dass die UA-Einstellung ein günstiger Moment war, um das Tracking einfach einzustellen, statt sich mit den Einwilligungsanforderungen für eine neue GA4-Installation zu befassen

Die vollständige Analytics-Landschaft

Jenseits von Googles Ökosystem bedient eine vielfältige Palette von Analytics-Tools französische Unternehmenswebsites. Hier die vollständige Aufschlüsselung:

Analytics-ToolSites% aller Sites% der Analytics-Nutzer
Universal Analytics (tot)999.86853,3 %78,3 %
Google Analytics 4500.64126,7 %39,2 %
Matomo122.4716,5 %9,6 %
Hotjar33.6401,8 %2,6 %
Microsoft Clarity18.7721,0 %1,5 %
Plausible17.9141,0 %1,4 %
Fathom2.7760,1 %0,2 %
Amplitude2.5610,1 %0,2 %
Mixpanel9990,1 %
Segment6390,04 %
PostHog5930,04 %
Umami4380,03 %
Heap3160,02 %

Die Dominanz von Googles Ökosystem ist absolut: Selbst wenn man nur GA4 zählt (das lebende Produkt), bleibt Google Analytics die Nummer-eins-Analytics-Plattform mit einem Faktor 4x gegenüber dem nächsten Konkurrenten. Bezieht man den toten UA-Code ein, sind Google-Snippets auf über 80 % aller Sites mit irgendeinem Analytics-Tool vorhanden.

Privacy-First-Alternativen: Der Aufstieg von Matomo, Plausible und Fathom

Matomo (ehemals Piwik) ist auf 122.471 Sites (6,5 %) vorhanden und damit das drittbeliebteste Analytics-Tool in Frankreich — und die zweitbeliebteste lebende Analytics-Plattform nach GA4. Diese Adoptionsrate liegt deutlich über dem globalen Durchschnitt (typischerweise 1–2 %), getrieben durch drei Schlüsselfaktoren:

  • DSGVO-Konformität: Matomo kann für CNIL-befreites Analytics konfiguriert werden (keine Cookies, keine Einwilligung erforderlich), wenn es selbst gehostet und richtig eingestellt wird. Das ist ein starkes Argument in einem regulatorischen Umfeld, in dem 77,5 % der Sites kein Consent-Banner haben.
  • Französischer öffentlicher Sektor: Zahlreiche französische Behörden, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen haben Matomo nach DINUM-Empfehlungen eingeführt. Die 122.471 Sites umfassen eine bedeutende öffentliche Komponente.
  • Self-Hosting-Option: Anders als GA4 kann Matomo auf den eigenen Servern des Unternehmens betrieben werden, sodass die Daten vollständig unter eigener Kontrolle bleiben — ein starkes Argument für Organisationen mit ausgeprägtem Datensouveränitätsbewusstsein.

Plausible Analytics (17.914 Sites, 0,9 %) repräsentiert die neue Generation leichtgewichtiger, Cookie-freier Analytics. 2019 gegründet, ist Plausible ein EU-basierter Dienst, der wesentliche Trafficmetriken ohne jegliche Cookies, ohne personenbezogene Datenerhebung und mit einem Script von unter 1 KB liefert. Seine wachsende Verbreitung in Frankreich spiegelt die Nachfrage nach Analytics wider, das ohne Consent-Banner funktioniert — ein entscheidender Vorteil angesichts unserer Erkenntnis, dass 77,5 % der französischen Sites ohne eines arbeiten.

Fathom Analytics (2.776 Sites, 0,2 %) besetzt eine ähnliche Privacy-First-Nische. In Kanada ansässig, aber mit EU-Datenverarbeitung, betont Fathom Einfachheit und Datenschutzkonformität. Sein kleinerer Fußabdruck im Vergleich zu Plausible spiegelt den späteren Eintritt in den europäischen Markt wider.

Die vollständig selbst gehosteten Optionen erzählen eine andere Geschichte:

  • PostHog (593 Sites) — Eine Open-Source-Produktanalyse-Plattform, beliebt bei Tech-Startups, aber selten bei traditionellen KMU
  • Umami (438 Sites) — Eine leichtgewichtige Open-Source-Alternative zu Google Analytics. Ihr geringer Fußabdruck deutet darauf hin, dass sie auf die Entwickler-Community beschränkt bleibt

Zusammengenommen repräsentieren alle Privacy-First-Alternativen (Matomo + Plausible + Fathom + Umami) 163.599 Sites — 8,7 % aller Tech-Sites. Das ist immer noch ein kleiner Anteil im Vergleich zu Googles Dominanz, aber der Trend ist klar: Datenschutzorientiertes Analytics ist ein wachsendes Segment mit echter Traktion in Frankreich.

Verhaltensanalyse: Hotjar vs. Microsoft Clarity

Hotjar (33.640 Sites, 1,9 %) und Microsoft Clarity (18.772 Sites, 1,0 %) besetzen eine eigene Kategorie: die Verhaltensanalyse. Statt Seitenaufrufe und Traffic-Quellen zu messen, liefern diese Tools Heatmaps, Session-Aufzeichnungen und Nutzerinteraktionsanalysen. Sie werden typischerweise neben einer traditionellen Analytics-Plattform eingesetzt, nicht als Ersatz.

Die Dynamik zwischen Hotjar und Clarity verdient Beachtung. Hotjar, der etablierte Player, ist kostenpflichtig. Microsoft Clarity, 2020 gestartet, ist komplett kostenlos und ohne Trafficlimits. Clarity wächst rasant, und unsere Daten zeigen, dass es bereits 55,8 % von Hotjars installierter Basis in Frankreich erreicht hat. Angesichts des Preisvorteils (kostenlos vs. kostenpflichtig) dürfte Clarity Hotjar innerhalb der nächsten 1–2 Jahre überholen — ein Muster, das in globalen Web-Technologie-Umfragen bereits sichtbar ist.

Zusammen sind diese Verhaltensanalyse-Tools auf 52.412 Sites (2,8 % aller Tech-Sites) vorhanden, was darauf hindeutet, dass eine kleine, aber bedeutende Minderheit französischer Unternehmen darin investiert zu verstehen, wie Nutzer mit ihren Sites interagieren, nicht nur wie viele besuchen.

Tag-Management: GTM bei 30,7 % — höher als GA4

Einer der aufschlussreichsten Datenpunkte dieser Studie: Google Tag Manager ist auf 30,7 % der Sites vorhanden (576.442), während GA4 nur bei 26,7 % liegt (500.641). Diese Lücke von 4,0 Prozentpunkten bedeutet, dass mindestens 76.000 Sites GTM installiert haben, aber kein aktives Google Analytics.

Wofür nutzen diese Sites GTM ohne GA? Mehrere Möglichkeiten:

  • Nur Werbe-Pixel: GTM wird häufig eingesetzt, um Facebook Pixel, Google-Ads-Conversion-Tags und andere Werbe-Tracker zu deployen, ohne den Quellcode der Site zu berühren. Einige Sites haben GA entfernt, aber GTM für ihre Werbekampagnen behalten.
  • Verwaiste GTM-Container: Ähnlich dem UA-Zombie-Code-Phänomen wurden einige GTM-Container einmal installiert und nie gepflegt. Der Container lädt bei jedem Seitenaufruf, führt aber keine Tags aus.
  • Drittanbieter-Integrationen: Chat-Widgets, A/B-Testing-Tools und andere Dienste werden manchmal über GTM statt über direkte Code-Installation bereitgestellt.
Tag-ManagerSites% aller Sites
Google Tag Manager576.44230,7 %
Adobe Launch27.9461,5 %
Tealium7.9650,4 %
Commanders Act2.6040,1 %

Der Tag-Manager-Markt wird von Google massiv dominiert: GTM hält 96,4 % des Tag-Management-Marktes (576.442 von 597.103 Sites mit einem Tag-Manager). Adobe Launch (27.946, 1,5 %) bedient das Enterprise-Segment, während Tealium (7.965) und das französische Commanders Act (2.604) große Organisationen mit komplexen Data-Governance-Anforderungen adressieren.

A/B-Testing: AB Tasty — der französische Champion

A/B-Testing- und Experimentierplattformen zeigen, welche Unternehmen ihre Conversion-Funnels aktiv optimieren. 92.290 Sites (4,9 %) nutzen mindestens ein A/B-Testing-Tool — eine überraschend hohe Zahl, die auf eine reife Optimierungskultur bei einem Teil der französischen Unternehmen hindeutet.

A/B-Testing-ToolSites% aller Sites
AB Tasty55.7443,0 %
Google Optimize (eingestellt)17.0560,9 %
Kameleoon14.4950,8 %
Optimizely3.6440,2 %
VWO3.6100,2 %

AB Tasty dominiert mit 55.744 Sites (3,0 % aller Tech-Sites, 60,4 % Marktanteil im A/B-Testing). Dieses in Paris gegründete Unternehmen hat sich zu einem der erfolgreichsten französischen MarTech-Exporte entwickelt, und seine Dominanz auf dem französischen Markt spiegelt sowohl den Heimvorteil als auch starken Enterprise-Vertrieb wider.

Google Optimize erscheint auf 17.056 Sites (1,1 %) — aber wie Universal Analytics ist dies Zombie-Code. Google Optimize wurde im September 2023 eingestellt, nur zwei Monate nach Universal Analytics. Die 17.056 Sites mit Optimize-Code stellen eine weitere Schicht toten Google-Codes dar, der nie bereinigt wurde. Zusammen mit UA bedeutet dies, dass viele Sites zwei tote Google-Produkte in ihrem Quellcode tragen.

Kameleoon, eine weitere französisch gegründete Plattform (14.495 Sites, 0,8 %), repräsentiert das Enterprise-Segment des A/B-Testing-Marktes. Bekannt für KI-getriebene Personalisierung und serverseitige Experimentierfunktionen, konkurriert Kameleoon direkt mit Optimizely im Großkundensegment. Zusammen geben AB Tasty und Kameleoon Frankreich zwei nationale Marktführer auf dem globalen Experimentiermarkt.

Die 32,0 % Analytics-Wüste: 600.503 unsichtbare Unternehmen

600.503 Websites (32,0 %) nutzen kein erkennbares Analytics-Tool. Diese Unternehmen fliegen im Blindflug — sie haben keine Möglichkeit zu wissen, wie viele Besucher auf ihre Site kommen, welche Seiten performen, woher ihr Traffic stammt oder ob ihre Marketing-Maßnahmen eine Rendite erzielen.

Dies ist keine geringfügige Lücke. Diese 600.000 Unternehmen haben in den Aufbau einer Website investiert (oft tausende Euro für Design und Entwicklung), haben aber keinerlei Einblick, ob diese Investition Ergebnisse liefert. Sie können nicht messen:

  • Monatliches Besuchervolumen oder Trends
  • Welche Seiten Traffic anziehen und welche totes Gewicht sind
  • Ob ihr Google-Unternehmensprofil Website-Klicks generiert
  • Conversion-Raten bei Kontaktformularen oder Handlungsaufforderungen
  • Den ROI jeglicher Werbeausgaben, die auf ihre Site gelenkt werden

Kombiniert mit den 53,3 %, die toten UA-Code laufen lassen (der keine Daten sammelt), können wir schätzen, dass rund 85 % der französischen Unternehmenswebsites 2026 kein funktionierendes Analytics haben. Nur die 26,7 % mit GA4 plus die ~9 % mit anderen aktiven Tools (Matomo, Plausible, Hotjar, Clarity, etc.) messen tatsächlich ihre Webperformance. Dies ist vielleicht die vernichtendste Statistik dieser Studie: Die große Mehrheit der französischen Unternehmen kann die einfache Frage „Funktioniert meine Website?“ nicht beantworten.

Wie in unserer DSGVO-Cookie-Consent-Studie detailliert dargestellt, ist die Beziehung zwischen Analytics-Nutzung und Consent-Compliance zutiefst problematisch. Die Kreuzanalyse offenbart:

  • 1.276.749 Sites nutzen mindestens ein Analytics-Tool
  • Davon zeigen nur 297.637 (23,2 %) auch ein Cookie-Consent-Banner an
  • Die verbleibenden 986.661 (76,8 %) betreiben Analytics-Tracking ohne sichtbaren Einwilligungsmechanismus

Das bedeutet, dass 986.661 Websites — 52,1 % aller Tech-Sites in unserer Stichprobe — Analytics-Daten ohne erkennbare Nutzereinwilligung erheben. Nach der DSGVO und der französischen ePrivacy-Richtlinie (durchgesetzt durch die CNIL) erfordern die meisten Analytics-Tools, die Cookies verwenden, die vorherige Einwilligung des Nutzers vor der Aktivierung.

Ein kleiner Teil dieser Sites verwendet möglicherweise einwilligungsbefreite Konfigurationen (Matomo im Cookie-losen Modus, Plausible, Fathom), aber die große Mehrheit nutzt Google Analytics — das eine Einwilligung erfordert. Die Compliance-Lücke ist nicht theoretisch: Sie repräsentiert über 979.000 Unternehmen, die potenziell CNIL-Durchsetzungsmaßnahmen ausgesetzt sind.

Für eine detaillierte Aufschlüsselung der Consent-Tool-Marktanteile, der französischen vs. internationalen CMP-Landschaft und des CNIL-Durchsetzungskontexts siehe unsere dedizierte DSGVO-Cookie-Consent-Studie.

Wichtigste Erkenntnisse

  • 68,0 % der französischen Unternehmenswebsites nutzen mindestens ein Analytics-Tool — aber die Mehrheit dieser Installationen ist nicht funktionsfähig (toter UA-Code)
  • 53,3 % haben noch Universal-Analytics-Zombie-Code — der größte unerschlossene Wartungsmarkt für Webagenturen, mit 999.868 Sites, die eine Bereinigung benötigen
  • Die GA4-Adoption stagniert bei 26,7 % — Google ist es nicht gelungen, die meisten UA-Nutzer zu konvertieren, da rund 74 % der Sites die Migration fast 3 Jahre nach der Einstellung nie abgeschlossen haben
  • Matomo bei 6,5 % (122.471 Sites) — Frankreich übertrifft die globalen Durchschnittswerte bei Privacy-First-Analytics deutlich, getrieben durch DSGVO-Bedenken und Mandate des öffentlichen Sektors
  • AB Tasty dominiert A/B-Testing mit 3,0 % — Französische Plattformen (AB Tasty + Kameleoon) halten 76 % des Experimentiermarktes in Frankreich
  • GTM (30,7 %) ist verbreiteter als GA4 (26,7 %) — mindestens 76.000 Sites haben einen Tag-Manager ohne aktives Analytics
  • ~85 % haben kein funktionierendes Analytics — kombiniert man die Analytics-Wüste (32,0 %) mit dem toten UA-Code, kann die große Mehrheit der französischen Unternehmen ihren Web-ROI nicht messen
  • 76,8 % der Analytics-Nutzer tracken ohne Einwilligung — 986.661 Sites sind potenziellem CNIL-Durchsetzungsrisiko ausgesetzt, wie in unserer Cookie-Consent-Studie dargelegt

Die französische Analytics-Landschaft 2026 ist von Trägheit geprägt: die massive technische Schuld durch toten Universal-Analytics-Code, die ins Stocken geratene GA4-Migration und die anhaltende Analytics-Wüste unter KMU. Für Web-Profis — Agenturen, Berater und Analytics-Spezialisten — ist dies einer der größten unerschlossenen Dienstleistungsmärkte der französischen Digitalwirtschaft. Für einen breiteren Überblick über Technologie-Adoptionsmuster siehe unseren Überblick über Webtechnologien.

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